Samstag, 7. November 2009

geheimdienst ausspioniert

Article 12 was an exhibition shown at Stroom in The Hague from April to June, 2008. The exhibition, as well as the works within it, fulfilled Jill Magid's commission for the Dutch secret service (AIVD). The AIVD has since censored and confiscated some of the works that were on view, as well as a book Magid wrote afterwards on her experience working with the service." Jill Magid ist die umstrittene Künstlerin, die mit Vorliebe in diejenigen Organisationen, deren Funktion es ist, Menschen zu überwachen, möglicherweise auszuspionieren, eindringt, um es ihnen umgekehrt gleichzutun. Seit Article 12 hat sie weitere Ausstellungen dieser Art veranstaltet, seit September bis Januar ist die Ausstellung "Authority to Remove" in der Londoner Tate Modern zu sehen.
Ob die Künstlerin nun tatsächlich derart tief in die Struktur des Geheimdienstes eindrang und auf diese Art zur Gefahr wurde, ist nicht ganz sicher. Der niederländische Geheimdienst präsentiert eine leicht andere Version: er habe Jill Magid nicht als "consultant" angeheuert, sondern sie sollte ein Kunstwerk für das neue Gebäude schaffen und so weiter. Diese Umstände scheinen doch etwas merkwürdig, aber die Idee fasziniert. Kunst ist zum anschauen da (wird etwa Kunst erst durch einen Betrachter zur Kunst?), Geheimdienste zum schauen. Kunst versucht eine Neuinterpretation des Erlebten und Geheimdienste suchen Erlebnisse. Kunst versucht eine Reaktion hervorzurufen, Geheimdienste sollen präventiv Reaktionen verhindern? Ob diese Gegenüberstellungen so zwingend sind, sei dahingestellt, sicher könnte man ganz andere Gegensätze und Parallelen hervorheben. Sicher ist aber, dass die Interaktion zwischen dem Medium und dem Sujet ein besonders prägendes Element der Arbeiten von Jill Magid sind und einen wesentlichen Bestandteil der von ihr ausgehenden Faszination ausmachen. Zum Sujet gehören dann wohl auch die etwas chimärenhaften Geschichten der Informationsquellen un über diese selbst.

schützenswerte schwangerschaften

Article X SECTION 21 of Floridas Constitution regelt detailliert, wie man mit schwangeren Schweinen umzugehen hat. Warum ausgerechnet Schweine? Und warum Schweine vor Minderjährige, zu deren Schwangerschaften Section 22 der Constitution sich auslässt? Vor allem: warum in der Verfassung, das höchste Recht Floridas. Kurios finde ich...

Limiting cruel and inhumane confinement of pigs during pregnancy.--Inhumane treatment of animals is a concern of Florida citizens. To prevent cruelty to certain animals and as recommended by The Humane Society of the United States, the people of the State of Florida hereby limit the cruel and inhumane confinement of pigs during pregnancy as provided herein.

(a) It shall be unlawful for any person to confine a pig during pregnancy in an enclosure, or to tether a pig during pregnancy, on a farm in such a way that she is prevented from turning around freely.

(b) This section shall not apply:

(1) when a pig is undergoing an examination, test, treatment or operation carried out for veterinary purposes, provided the period during which the animal is confined or tethered is not longer than reasonably necessary.

(2) during the prebirthing period.

(c) For purposes of this section:

(1) "enclosure" means any cage, crate or other enclosure in which a pig is kept for all or the majority of any day, including what is commonly described as the "gestation crate."

(2) "farm" means the land, buildings, support facilities, and other appurtenances used in the production of animals for food or fiber.

(3) "person" means any natural person, corporation and/or business entity.

(4) "pig" means any animal of the porcine species.

(5) "turning around freely" means turning around without having to touch any side of the pig's enclosure.

(6) "prebirthing period" means the seven day period prior to a pig's expected date of giving birth.

(d) A person who violates this section shall be guilty of a misdemeanor of the first degree, punishable as provided in s. 775.082(4)(a), Florida Statutes (1999), as amended, or by a fine of not more than $5000, or by both imprisonment and a fine, unless and until the legislature enacts more stringent penalties for violations hereof. On and after the effective date of this section, law enforcement officers in the state are authorized to enforce the provisions of this section in the same manner and authority as if a violation of this section constituted a violation of Section 828.13, Florida Statutes (1999). The confinement or tethering of each pig shall constitute a separate offense. The knowledge or acts of agents and employees of a person in regard to a pig owned, farmed or in the custody of a person, shall be held to be the knowledge or act of such person.

(e) It is the intent of this section that implementing legislation is not required for enforcing any violations hereof.

(f) If any portion of this section is held invalid for any reason, the remaining portion of this section, to the fullest extent possible, shall be severed from the void portion and given the fullest possible force and application.

(g) This section shall take effect six years after approval by the electors.

History.--Proposed by Initiative Petition filed with the Secretary of State August 5, 2002; adopted 2002.

Montag, 2. November 2009

contemporary artists: jeff koons und approbation art

Jeff Koons ruft recht gespaltene Eindrücke hervor. Das Hanging Heart aus der Celebration Series auf der einen Seite - oder die riesen Puppy - sind nicht umsonst weltbekannt. Ihre Größe, ihre Verarbeitung, ihre Farben sind schillernd, "man" ist beeindruckt. Auch seine hyperrealistischen Bilder faszinieren wegen ihrer Plastizität. Auf der anderen Seite aber produziert Jeff Koons viele Nachahmungen von bereits Gewesenem - bewusst und daher strenggenommen in der Tradition der manipulierende Kopien zur Philosphie erhebenden Appropriation Art. Er verfremdet das Gefundene durch veränderte Materialien, Größen und Farben, aber dennoch sind die Abbilder häufig so nahe am Original, dass die Eigenständigkeit durchaus legitim in Frage gestellt werden darf. Man denke nur an die verschiedenen Urheberrechtsprozesse, den Verlorenen gegen den Fotografen Art Rogers wegen der 1987 hergestellten Abbilder von Puppies nach einem Foto, oder den Gewonnenen um 2000 gegen die Fotografin Andrea Blanch. Der künstlerische Schaffenzprozess ist damit zumindest reduziert. Zumal er seine auch technisch anspruchsvollen Arbeiten mit stainless steel mit einem Haufen von Mitarbeitern in einer Werkstatt produziert. All das ist Pop Art auf die Spitze getrieben, denn die Kunst selbst Teil wird des Konsumdenkens. Die Kunst selbst ist produziert.

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Die erste Retrospektive - in Versailles im letzten Jahr- brachte hingegen die faszinierenden Facetten der Objekte von Jeff Koons recht vorteilhaft zur Geltung. Merkwürdigerweise wirken die Objekte in der prunkvollen Umgebung des barocken Schlosses nur zum Teil fremd. Einerseits zeigt dies, wie viel Nachahmung doch in dem Werk aufzuzeigen ist. Andererseits glänzt stainless steel passend wie das die Skulpturen umgebende Gold, sie nehmen den barocken Glanz auf. Andere Objekte, wie die Tierfuguren sprengen dann doch den steifen Rahmen und weisen auf kindlichere Spiele hin als es die Ornamente der Räume ursprünglich vorsahen. Diese Interaktion zwischen Raum und Objekt ist jedenfalls nicht nur äußerst ästhetisch, sie gibt auch viel Raum für Interpretation: Ist die Konsumkultur nur auf nivellierterem Niveau neu erstandener, im Kern jedoch bereits bekannter barocker Zug? Ist dann nicht die neudefinierende Nachahmung der Approbation Art ehrlicher - weil alles in Traditionen wiedergefunden werden kann? Oder geht es nur darum, Objekte möglichst glänzend und prunkvoll in Szene zu setzen, Ehrfurcht hervorzurufen? Mag man auch den künstlerischen Prozess bei Jeff Koons kritisch sehen, zumindest beeindruckend allein wegen ihrer Größe sind die Arbeiten schon. Sie haben immerhin Resonanz.